Von Fertigungspräzision zu Managementpräzision: Ho Song stärkt mit KI das Produktionsmanagement für Halbleiterkomponenten
18. August 2026 15:23 Commercial Times von Li Shu-Hui
Ho Song Enterprise hat die intern entwickelte, KI-gestützte intelligente Managementplattform HSE NOVA eingeführt, die ERP-, MES- und Produktionsdaten integriert. Ausgehend von Produktionsplanung und -steuerung ermöglicht die Plattform dem Werk, Maschinenauslastung und betriebliche Abweichungen in Echtzeit zu erfassen und so die Managementpräzision bei der Fertigung von Präzisionskomponenten für Halbleiteranlagen zu erhöhen. Foto: Ho Song.
Mit dem anhaltenden Wachstum der Halbleiterausrüstungsindustrie reagieren Präzisionsfertiger häufig durch die Anschaffung zusätzlicher Anlagen, den Ausbau der Kapazitäten und mehr Personal auf die steigende Nachfrage. Mit zunehmender Fabrikgröße entsteht jedoch eine weitere Herausforderung: Während sich die Produktionskapazität schrittweise erhöhen lässt, wächst die Komplexität von Produktionssteuerung und -planung oft noch schneller.
Insbesondere Komponenten für Halbleiteranlagen sind durch High-Mix, Low-Volume, also eine hohe Variantenvielfalt bei kleinen Stückzahlen, gekennzeichnet; unterschiedliche Teile durchlaufen unterschiedliche Prozessrouten. Mit der wachsenden Zahl von Maschinen, Mitarbeitern und Fertigungsaufträgen steigen auch die zu koordinierenden Maschinenauslastungen, Prozessübergänge und Lieferprioritäten rapide, sodass die Managementkomplexität nahezu exponentiell zunimmt. Die Frage, wie sich von der „Fertigungspräzision“ zur „Managementpräzision“ weiterentwickeln lässt, ist damit zu einer neuen Herausforderung geworden.
Ho Song investiert kontinuierlich in 5-Achs-Bearbeitung, Drahterodieren, Automatisierung und Präzisionsmesstechnik und baut zugleich integrierte Kompetenzen von der Präzisionsbearbeitung über Qualitätsprüfung und Sonderprozesse bis hin zum Lieferkettenmanagement auf, um die hohen Kundenanforderungen an Präzision, Qualität und Lieferung zu erfüllen. Foto: Ho Song.
Ho Song Enterprise (HSE), seit Langem auf die Herstellung hochpräziser Metallkomponenten spezialisiert, hat in den vergangenen Jahren sein Geschäft mit Komponenten für Halbleiteranlagen kontinuierlich ausgebaut. Der Halbleiterbereich zählt inzwischen zu den wichtigen Kerngeschäften des Unternehmens. Um die hohen Kundenanforderungen an Präzision, Qualität und Lieferung zu erfüllen, investiert Ho Song fortlaufend in 5-Achs-Bearbeitung, Drahterodieren, Automatisierung und Präzisionsmesstechnik und baut integrierte Kompetenzen von der Präzisionsbearbeitung über Qualitätsprüfung und Sonderprozesse bis hin zum Lieferkettenmanagement auf.
Auch im Bereich der Managementsysteme stärkt Ho Song Qualitäts- und Betriebsmanagement kontinuierlich nach internationalen Standards. Dazu gehören Qualitäts- und Informationssicherheitsmanagementsysteme gemäß ISO 9001, ISO 13485, AS9100 und ISO 27001. Sie unterstützen die Anforderungen der Lieferkette für Halbleiteranlagen an stabile Qualität, Prozessrückverfolgbarkeit, Informationssicherheit und zuverlässige Lieferung.
Zusätzliche Anlagen lösen zwar das Kapazitätsproblem; wie effizient die erweiterten Kapazitäten genutzt werden, ist jedoch eine Managementaufgabe.
In der Vergangenheit hat Ho Song über ERP, MES und von den einzelnen Abteilungen selbst gepflegte Excel-Dateien große Mengen an Produktionsinformationen gesammelt. Da die Daten jedoch auf verschiedene Quellen verteilt waren, mussten Mitarbeiter weiterhin viel Zeit für Suche, Aufbereitung und Abgleich aufwenden, wodurch weniger Zeit für die eigentliche Analyse und Problemlösung blieb.
Aus diesem Grund hat Ho Song die intelligente Managementplattform HSE NOVA (Next-generation Operations & Value Architecture) eigenständig entwickelt. Sie verknüpft ERP, MES, Excel und weitere Betriebsinformationen und integriert, verdichtet und klassifiziert diese entsprechend den Managementanforderungen, sodass in großen Datenmengen verborgene Abweichungen und Probleme leichter sichtbar werden.
Datenintegration ist an sich kein neues Konzept. Der entscheidendere Durchbruch von NOVA liegt vielmehr in der durch KI veränderten Art der Softwareentwicklung. Benötigten kleine und mittlere Unternehmen früher maßgeschneiderte Systeme, waren sie meist auf externe Softwareanbieter angewiesen. Für Anwender ist es jedoch schwierig, bereits zu Projektbeginn sämtliche Anforderungen vollständig zu definieren; jede Änderung erfordert erneut Abstimmung, Angebotserstellung, Entwicklung und Tests. Das erhöht nicht nur die Kosten, sondern verlängert auch die Verbesserungszyklen.
Mithilfe von KI-Technologie hat Ho Song in kurzer Zeit interne Fähigkeiten zur KI-gestützten Softwareentwicklung aufgebaut. Funktionen können auf Basis von Nutzerfeedback schnell erstellt oder angepasst und anschließend in der realen Betriebsumgebung validiert werden, sodass sich das System kontinuierlich mit den Anforderungen vor Ort weiterentwickelt. Gerade bei der schnelllebigen High-Mix-Low-Volume-Fertigung von Komponenten für Halbleiteranlagen kann das Managementsystem dadurch Produktionsveränderungen wesentlich schneller folgen.
Derzeit setzt NOVA bei Produktionsmanagement und -planung an, doch dies ist nur der erste Schritt. Ho Song möchte nicht einfach ein weiteres Managementsystem mit einer einzelnen Funktion schaffen, sondern eine Managementarchitektur, die mit dem Wachstum des Unternehmens kontinuierlich erweitert werden kann.
Unternehmensprobleme haben nur selten eine einzige Ursache. Lieferabweichungen können mit der Maschinenauslastung zusammenhängen, aber ebenso Personal, Qualität, Material oder die Lieferkette betreffen. In der nächsten Phase wird NOVA daher schrittweise Qualitätsdaten, Mitarbeiterleistung und weitere Betriebsinformationen miteinander verknüpfen, sodass bislang verstreute Daten in Beziehung zueinander gesetzt werden können.
Das langfristige Ziel von NOVA besteht darin, sich vom „Management einer einzelnen Sache“ hin zum „Verständnis des gesamten Unternehmens“ zu entwickeln. Mit der fortlaufenden Anreicherung von Daten, der Ergänzung weiterer Managementlogiken und schnellen Iterationen durch KI-gestützte Entwicklungsfähigkeiten möchte Ho Song eine zentrale Unternehmensmanagementplattform aufbauen, die sich an seinem eigenen Fertigungsmodell, seiner Managementerfahrung und seinen Unternehmensanforderungen orientiert – und letztlich ein eigenes „digitales Managementgehirn“ schaffen.
Vergleicht man den Unternehmensbetrieb mit dem menschlichen Körper, gleicht NOVA einer kontinuierlichen „Gesundheitsuntersuchung“. Das System stellt dem Management nicht direkt ein Rezept aus, sondern erkennt Abweichungen in großen Informationsmengen und macht Probleme früher sichtbar. Anschließend kann das Managementteam die Ursachen beurteilen, wiederholt überprüfen und Verbesserungsmaßnahmen ergreifen.
Das System erkennt die Probleme – die Menschen konzentrieren sich auf deren Lösung
KI und NOVA sind eine Weiterentwicklung der langjährigen Erfahrung von Ho Song in der Fertigung von Komponenten für Halbleiteranlagen. Von Präzisionsbearbeitung, Qualitätsmesstechnik sowie Prozess- und Lieferkettenintegration bis hin zu KI-Entwicklung und intelligentem Management stärkt Ho Song kontinuierlich seine gesamte Wettbewerbsfähigkeit bei der Herstellung von Komponenten für Halbleiteranlagen.
Wenn die Fertigungspräzision bestimmt, wie gut ein Bauteil hergestellt werden kann, entscheidet die Managementpräzision darüber, ob ein Werk komplexe Bauteile dauerhaft und zuverlässig in der geforderten Qualität fertigen und termingerecht liefern kann.

